Grenadillersatz - SWISS EBONY?  (Jan. 2018)

Es gibt neu ein Material, welches im Holzblasinstrumentenbau zukunftsweisend sein könnte. Zukunftsweisend, weil die Bestände des Greandillbaums in Ostafrika bedroht sind. Seit 2017 regelt die CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) Handel und Verwendung von Grenadill für den Holzblasinstrumentenbau. In der Folge sind die administrativen Aufwände für Instrumentenmacher und Händler bspw. für Bewilligungen mühsam und zeitraubend.

Die Firma SWISS WOOD SOLUTIONS, ein Spinoff Unternehmen der ETH Zürich und der EMPA, hat es sich zur Aufgabe gemacht nachhaltige Alternativen für den Instrumentenbau zu entwickeln, um so dem Raubbau von edlen Hölzern entgegen zu treten. Die Experten modifizieren heimische Hölzer wie Esche oder Bergahorn so, dass sie in ihren Eigenschaften sowohl dem Geigen- als auch dem Holzblasinstrumentenbau gerecht werden. Sie setzen ein Verdichtungsverfahren ein, das zum benötigten hohen spezifischen Gewicht des Holzes führt. Mit diesem Holz mit Namen SWISS EBONY konnten bereits sehr positive Ergebnisse mit Griffbrettern und Saitenhaltern im Geigenbau erzielt werden.

 Klarinettenbirne aus SWISS EBONY, handgedrechselt

Ich freue mich, beratend für SWISS EBONY SOLUTIONS für den Bereich Holzblasinstrumentbau tätig zu sein. Das Holz lässt sich wunderbar leicht drechseln, ist feinporig und rundherum fantastisch zu bearbeiten. Kürzlich kam in der EMPA ein von mir gedrechseltes Klarinetten-Fässli aus dem modifizierten Holz auch spielerisch zum Einsatz (> Facebook). Die ersten klanglichen handwerklichen Tests waren vielversprechend. Aktuell sind die Experten daran das Holz noch so "dimensionsstabil" zu modifizieren, dass es in puncto Wasserresistenz dem Grenadill ebenbürtig ist. Ich bin sicher, dass sie weitere Erfolge erzielen und freue mich sehr darauf, wenn dieses Holz künftig von mir und anderen Instrumentenmachern verarbeitet wird.

Über weitere Fortschritte halte ich Sie auf dem Laufenden!