Faszination Holzblasinstrumentenbau für Kinder (Juni 2018)

Gemäss statistischen Angaben des vzm (Verband Zürcher Musikschulen) ist die Zahl der SchülerInnen bei Holzblasinstrumenten leicht rückläufig. Diese Entwicklung ist sowohl den Herstellern von Holzblasinstrumenten als auch den InstrumentallehrerInnen nicht entgangen.

Nora Helbling, Fachbeauftragte für Klarinette der Musikschule Konservatorium Zürich und ich machten uns Gedanken, was der Holzblasinstrumentenmacher dazu beitragen könnte, die Begeisterung der KlarinettenschülerInnen rund um die Klarinette zu fördern. Wir dachten uns, dass sich ein Einblick in den Bau des Instruments positiv auf Motivation und Verbundenheit mit der Klarinette auswirkt.

Also besuchte mich Nora mit jeweils einem Elternteil und 8 Kindern zwischen 7-13 Jahren, aufgeteilt in 2 Gruppen, um den Bau der Klarinette in handwerklich traditioneller Form in meiner Werkstatt kennenzulernen. Nach einer kurzen Einführung meinerseits konnten die Kinder tatkräftig mitwirken. In den kurzweiligen 60 Min. ging es um diese Themen und Arbeiten: 

  • Die Holzarten Grenadill und Buchsbaum, deren Herkunft und Eigenschaften
  • Drehen eines Zapfens an einem Grenadillkorpus, in der Drehmaschine eingespannt
  • Bohren eines Tonloches an der Bohrvorrichtung
  • Bohren eines Klappenteils aus Neusilber
  • Das Zusammenlöten des zuvor gebohrten Klappenteils inklusive Achse

Die Klarinettenschülerinnen und -schüler waren mit vollem Einsatz dabei. Viele spannende Fragen zur Herstellung einer Klarinette wurden gestellt und konnten während den Arbeiten zu den jeweiligen Themen beantwortet werden.

Die zur Verfügung stehende Zeit verging wie im Nu. Es hat den Kindern und mir viel Spass gemacht. Wie sich herausstellte, war es sogar für die Erwachsenen sehr interessant. Hoffentlich mit neuen Eindrücken und Begeisterung für das Instrument, gingen alle Beteiligten wieder nach Hause.

Sollten KlarinettenlehrerInnen Interesse an einem Besuch mit ihrer Klarinettenklasse bei mir in der Werkstatt haben, würde ich mich über den Besuch sehr freuen.

Drehen eines Zapfens an der Drehmaschine. Die Schutzbrille ist obligatorisch!
Respektvolles Erhitzen eines Klappenteils aus Neusilber zum Löten mit Silberhartlot bei ca. 700Grad.
Doppelt geschützt bei voller Konzentration ein Tonloch in den Grenadillholzkorpus gebohrt.